Berlin
Fahrrad Metropole
Scholvien - Radfahrerin am Alten Museum - visitberlin
Das Fahrrad ist in Berlin auch bei Besuchern und Touristen beliebt
Berlin rollt: Die Hauptstadt mausert sich zur Radfahrerstadt. Auch im europäischen Vergleich. Radfahren in London oder Rom? Fehlanzeige: kaum Radwege und viel zu gefährlich. Wer sich dort auf seinen Drahtesel schwingt, gilt als tollkühn oder lebensmüde - eben als ein echter Asphalt-Cowboy mit Hang zum Abenteuer.





In Berlin dagegen ist das Zweirad eine echte Alternative zum Auto und zu den öffentlichen Verkehrsmitteln. Auch Fahrradkuriere und Velotaxis sind aus dem Straßenbild nicht mehr wegzudenken. Mittlerweile gibt es sogar "Essen auf Rädern" per Fahrrad: "Dogs on wheels", einen Hot Dog Catering Service in Charlottenburg. Zehn Prozent der Hauptstädter besteigen täglich ihr Fahrrad. Zwar hält in Europa nach wie vor Amsterdam in Sachen Fahrradfreundlichkeit einsam die Spitze - hier nutzen täglich 28 Prozent der Einwohner, im Innenstadtbereich sogar 50 Prozent, ihren Drahtesel.

Doch in Berlin werden aus den zehn Prozent bald mehr werden, prophezeit Benno Koch, Landesvorsitzender Berlin und Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) in Berlin. Und auch für Touristen wird es immer reizvoller, bei ihrer Sightseeing-Tour kräftig in die Pedale zu treten. Größere Entfernungen wie etwa zwischen Brandenburger Tor und Rotem Rathaus lassen sich auf einem bequemen City-Bike spielend und ohne pflastermüde Füße überwinden. Auch Spritztouren durch den Tiergarten, Berlins grüne Lunge, oder zu einem der zahlreichen Seen im Stadtgebiet haben ihren Reiz.

Ein gutes Dutzend Rad-Verleihstationen stehen Fahrrad-Freunden über die Stadt verteilt zur Verfügung, die meisten in Mitte (z.B. Bahnhof Friedrichstraße), Kreuzberg, Friedrichshain oder in der Nähe des Bahnhofs Zoologischer Garten. Die Leihgebühr bewegt sich zwischen 4 und 13 Euro pro Tag - je nachdem, ob man für seine Erkundungstouren "per pedales" ein einfaches Drei-Gang-Rad oder ein sportliches Mountainbike besteigen will. Wer nicht selbst strampeln mag, muss trotzdem nicht aufs umweltfreundliche Fahrrad verzichten: Er nimmt einfach ein Velotaxi: Die drahtigen Radler bringen ihre Fahrrad-Rikschas samt Gästen sicher ans Ziel und sind u.a. am U-Bahnhof Wittenbergplatz (City West) oder am Schlossplatz in Mitte zu finden (Infos unter Tel.: ++49 / 30 / 443 19 40).

750 Kilometer Radwege - Velorouten in Berlin

Rund zehn Prozent der Hauptstadt-Straßen sind mit so genannten Radverkehrsanlagen ausgestattet - speziell gekennzeichneten Wegen mit oder ohne Ampeln für Radler. Laut der Berliner Senatsverwaltung für Verkehr und Stadtentwicklung und dem ADFC Berlin finden Velo-Fans mittlerweile rund 750 Kilometer Radwege auf und an Tempo-50-Straßen vor, Tendenz steigend. Zudem wird derzeit eifrig am Ausbau der so genannten Velorouten gearbeitet: Es handelt sich dabei um besonders gekennzeichnete Routen mit Kilometerangaben, die Radler auf Nebenstraßen durch die Stadt führen, zum Teil vorbei an markanten Punkten und touristischen Highlights.

So kann man zum Beispiel vom Roten Rathaus über Alexanderplatz und Karl-Marx-Allee mit ihren architektonisch interessanten Stalin-Bauten bis nach Lichtenberg und Marzahn radeln. Oder der "Studentenroute" von der Freien Universität im idyllischen Dahlem bis nach Kreuzberg folgen. Der bunte Kreuzberger Kiez rings um Bergmannstraße, Chamissoplatz und Südstern mit seinen vielen kleinen Läden, Kneipen und Cafés lässt sich wunderbar mit dem Rad erkunden. Demnächst wird eine weitere Route fertig gestellt, die von der Potsdamer Innenstadt an Pfaueninsel und Wannsee vorbei bis zum Olympiastadion in West-End führt.

Zudem werden in den kommenden Jahren auch verschiedene Europaradwege weiter ausgebaut und quer durch Berlin geführt, darunter der R1, der vom Münsterland in Nordrhein-Westfalen bis nach Polen verläuft. Wietere Ziele, die seit kurzem mit dem Fahrrad erkundet werden können: Berlin - Kopenhagen, Berlin - Usedom.

Radtouren - Auf den Spuren der Mauer

Wer sich Berlin per Fahrrad erschließen möchte, hat verschiedene Möglichkeiten: Touren auf eigene Faust oder organisiertes Sightseeing. Radwanderführer für Berlin sind in jeder Buchhandlung erhältlich, empfehlenswert ist der ADFC-Stadtplan für Radfahrer ("Berlin für Radfahrer"). Dort sind fahrradfreundliche Straßen besonders gekennzeichnet. Ein spannendes Radler-Handbuch für alle, die sich auf Spurensuche nach der jüngeren Vergangenheit der Hauptstadt begeben wollen, ist "Berliner Mauer-Radweg" (erschienen im Esterbauer Verlag) von Michael Cramer. Der 54-Jährige sitzt für Bündnis `90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus und ist verkehrspolitischer Sprecher seiner Partei. "Wo stand eigentlich die Mauer?" fragt heute so mancher Besucher.

14 Jahre nach dem Fall des von der DDR-Führung gern als "anti-faschistischer Schutzwall" bezeichneten grauen Monstrums aus Beton, Stein und Stacheldraht, das so viel Leid über Ost- wie West-Berliner brachte und einst zum Pflichtprogramm für jeden Berlin-Touristen gehörte, sind dessen letzte Überreste fast verschwunden. Doch das Interesse, sich die alten Grenzen West-Berlins noch einmal zu vergegenwärtigen, ist, vielleicht gerade deshalb, groß. Cramers Buch stellt ausführlich 14 Touren entlang des ehemaligen Mauerstreifens vor: kurze Wege für Eilige sind darunter wie die Strecke vom Potsdamer Platz über Kreuzberg und Oberbaumbrücke zur Warschauer Straße (7 Kilometer); aber auch lange Strecken von Lichterfelde-Süd bis nach Potsdam-Griebnitzsee oder von Staaken nach Hennigsdorf (jeweils 20 Kilometer).

Das Büchlein liefert aufschlussreiche Beschreibungen der interessantesten Orte und Gebäude, an denen man vorbei radelt. Das Areal des künftigen Holocaust-Mahnmals in Tiergarten-Mitte findet ebenso Erwähnung wie das Konzentrationslager Sachsenhausen oder die durch den gleichnamigen Roman und Kinofilm von Thomas Brussig und Leander Haußmann berühmt gewordene Sonnenallee im Bezirk Neukölln. Die Publikation ist auch in den drei Tourist Info Centern der BTM zum Preis von EUR 9,90 erhältlich.

Geführte Radtouren auf Deutsch und Englisch

Mittlerweile gibt es in Berlin auch verschiedene Veranstalter für geführte Radtouren, die zum Teil auf Englisch angeboten werden. Sie erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. "Wir haben so viele Dinge neu entdeckt, die wir vom Bus aus gar nicht sehen konnten...", lautet der begeisterte Kommentar eines Teilnehmers. Tatsächlich dringt kein großer Sightseeing-Bus bis in das alte jüdische Viertel in der Spandauer Vorstadt zwischen Oranienburger Tor und Alexanderplatz vor. Gerade in den kleinen Seitenstraßen gibt es viel zu entdecken: Ein alter jüdischer Friedhof hier, ein historisches Gebäude dort, und auf der anderen Straßenseite eine der zahlreichen kleinen Galerien. Und: Beim Radeln bestimmt man das Tempo selbst, anhalten und schauen ist jederzeit möglich.

Die fahrradstation (www.fahrradstation.de) und Zweitradtouren (www.zweitradtouren.de) haben sich auf Mitte- und Kreuzberg-Touren spezialisiert: Unter den Linden, jüdisches Viertel, Hackesche Höfe etc. Die fahrradstation, die auch Räder an Individualradler vermietet, bietet folgende Sightseeing-Touren an: "Abenteuer Kreuzberg" (samstags 13.30 Uhr in Zusammenarbeit mit dem Kultur- und Tourismusverein Kreuzberg e.V.), "erstaunliches Friedrichshain" (sonntags 11.00 Uhr), "Regierungsgebäude und Botschaften" (mittwochs 11.00 Uhr) und "Berlin by bike" (samstags 11.00 Uhr). Beim ADFC Berlin (www.adfc-berlin.de) stehen auch Mauer-Erkundungen auf dem Programm.

Der Verein hat sich jedoch - neben der Interessenvertretung und allgemeinen Beratung für Radler - auf Touren spezialisiert, die sich abseits der bekannten Touristenpfade und auch über Berlins Stadtgrenzen hinaus bewegen. So kann man zum Beispiel von Treptow nach Köpenick, Berlins größtem Bezirk, radeln oder einen Ausflug in den grünen Tegeler Forst im Norden Berlins machen. Auch im Angebot: Eine lange Tour quer durch Berlin über Birkenwerder bis Oranienburg, wo man die Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen besichtigen kann. (Genaue Termine und Beschreibungen der Touren finden sich auf der ADFC-Homepage oder unter Tel.: ++49/30/448 47 24)


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