Dresden
Villen



Unbekannte Villenviertel in Dresden
Wenn der Barock Dresdens goldenes Zeitalter war, so war das 19. Jahrhundert mindestens das silberne. Mit der industriellen Revolution kam das Geld, mit dem verlorenen Krieg 1866 gegen Preußen kamen die preussischen Offiziere. Auf Bismarcks Geheiß sollten diese die Sächsischen Regimenter in den neuen Kasernen der Albertstadt kontrollieren. Sie bauten für sich und ihre Familien zahlreiche Villen in romantischen Gärten: das Preussische Viertel.

Die Elbe im Süden, die historischen Kasernen der Albertstadt im Norden, das Waldschlößchen und die Dresdner Heide im Osten, sowie die äußere Neustadt im Westen begrenzen Dresdens kleinstes Villengebiet. Es ist zugleich das unbekannteste, und noch ein Geheimtip, denn es läßt sich bei einem Rundgang Vieles entdecken. Und damit das auch in Zukunft so bleibt, hat die Stadt Dresden 1998 das Preußische Viertel durch eine Erhaltungssatzung geschützt.
Wo früher das Theater stand, entsteht in der Bautzner Straße 78 derzeit ein Seniorenwohnheim. Das noch erhaltene Torhaus wird in den Neubau einbezogen. Wie eine englische Trutzburg überragt die Villa Bautzner Straße 82 aus dem Jahr 1860 mit ihrem zinnenbekröntem Turm die mächtigen Bäume.

Weiter geht es die Bautzner Straße entlang an schlichten Villen mit klassizistischem Portikus und niedrigeren seitlichen Torhäusern. Inspiriert wurden sie von der Architektur des Semper- Schülers Georg Hermann Nicolai (1812-1881). Auf der linken Seite, der Nr. 105, hat die Sächsische Staatsoper ihre zweite Spielstätte ,,Kleine Szene". Hier gibt es unbekanntes, experimentelles Musiktheater oder kleine Kammeropern. Damit knüpft die Staatsoper an die musikalische Tradition der Villa an. In dem Haus wirkte von 1920 bis 1942 Mary Wigman (1886-1963), die große Dresdner Mitbegründerin des modernen Ausdruckstanzes.

Auf der rechten Seite erinnert die Villa ,,Marcolinis Vorwerk" (Nr. 96) an den Grafen in Sächsischen Hofdiensten Camillo Marcolini (1739-1814). Dass der ehemalige Generaldirektor der Kunstsammlungen auch den Gaumenfreuden nicht abgeneigt war, kann man in dem Gourmetrestaurant in den Kellergewölben und im Gartenparterre mit eleganter Terrasse unter hohen Laubbäumen gerne glauben.

Ein weiterer zinnenbekrönter Bau im Stil der englischen Tudorgotik beeindruckt auf der linken Straßenseite (Nr. 125), neoklassizistisch geht es weiter (131), während die Straße nun leicht bergauf führt. Rechts öffnet sich nun der Blick auf die Elbe und das gegenüberliegende Johannstädter Elbufer.

In wenigen Jahren wird hier auch eine neue Brücke zu sehen sein. 1998 entschied sich der Stadtrat für die teuerste, aber auch ästhetisch ansprechendste Variante der dringend notwendigen zusätzlichen Elbquerung. Noch allerdings gehört das Gelände den Kleingärtnern - und den Kunststudenten. Vom kleinen Pavillon aus halten sie regelmäßig den Blick über die sich schlängelnde Elbe bis hin zu den Türmen der Dresdner Altstadt auf dem Zeichenblock fest. Vor knapp 200 Jahren malten an der gleichen Stelle die Maler der Dresdner Frühromantiker um Caspar David Friedrich. Hier kommen die Worte des 1899 in Dresden geborenen Erich Kästners in den Sinn, der sich erinnerte: ,,Geschichte, Kunst und Natur schwebten über Stadt und Tal wie ein von seiner eigenen Harmonie bezauberter Akkord".

Ganz andere Klänge kommen aus der Richtung der ehemaligen Waldschlösschenbrauerei. 1836 gegründet, wird im historischen Gebäude seit 1998 wieder Bier gebraut -und in einem der größten und schönsten Biergärten Dresdens wieder ausgeschenkt. Im dahinterliegenden, neuerbauten Wohn- und Geschäftsviertel lockt abends zudem ein Großkino. Ganz unscheinbar dahinter steht der kleine neugotische Bau, welcher der Brauerei den Namen gab, erbaut von Graf Marcolini nach 1785. Das Waldschlösschen begrenzt das preußische Viertel in Richtung Osten. Der Weg führt nun durch die Waldschlösschenstraße nach Norden.

Am Ende kündet die Ecke des Kasernengebäudes und jetzigen Regierungspräsidiums von der hier beginnenden Albertstadt, dem größten Garnisonsviertel Deutschlands. Romantischer zeigt sich die Bebauung in der Arnststraße, die links von der Waldschlösschenstraße abzweigt. Neubarocke bis biedermeierliche bürgerliche Behaglichkeit strahlen die Mehrfamilien-Villen aus. Rechts erreicht man über die Jägerstraße die Radeberger Straße, die eigentlich wegen ihrer hohen Bäume Allee genannt werden müßte. Wenn man nun links geht, kann man weitere zahlreiche schöne Villen im schlichten Klassizismus bewundern.

In die Stolpener Straße biegt man nun rechts ein. Ecke Zittauer Straße stellt eine Galerie des Verbandes Sächsischer Kunsthandwerker erotische Kunst aus. Zwei Häuser weiter kann man in einem Gartenhaus Metallarbeiten bewundern. Durch die Zittauer Straße erreicht man rechter Hand die Nordstraße, in die man nun links einbiegt. Die Bäume überdecken diese Straße wie ein Kirchengewölbe. Am Ende der Nordstraße erreicht man wieder die Prießnitz, die von einer kleinen Brücke überquert wird.

Direkt davor, in der Nordstraße 28, liegt -in einem Garten versteckt- das Wohnhaus des polnischen Dichters Ignacy Kraszewski (1812-1887). Hier schrieb er zwischen 1873 und 1879 zahlreiche historische Romane, darunter die ,,Sachsen Trilogie", in der er maßgeblich das heutige Bild Augusts des Starken und der Gräfin Cosel prägte. Die kleine Villa erinnert heute als einziges binationales deutsch-polnisches Museum in Deutschland nicht nur an den Dichter, sondern auch an die zahlreichen anderen politischen und kulturellen Verbindungen zwischen Sachsen und Polen.

Nun kann man durch die Prießnitzstraße wieder zum Ausgangspunkt zurückgehen oder im westlich anschließenden Kneipen- und Restaurantviertel der Äußeren Neustadt den Abend ausklingen lassen.



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