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Frauenkirche in Dresden
 Frauenkirche Neumarkt Winter 

Winterromantik am wiederaufgebauten Neumarkt: die Dresdner Frauenkirche mit dem Denkmal Martin Luthers. 

Foto: Sylvio Dittrich (DWT)Frauenkirche innen

Die wiederaufgebaute Frauenkirche ist ein Ort lebendiger Religiosität und Musikpflege. Hier ein Blick auf den Altar mit der Szene Christi am Ölberg und die Orgel des Straßburger Orgelbaumeisters Daniel Kern. 

Foto: Sylvio Dittrich (DWT)Silhouette mit Frauenkirche und Dampfer, Foto Sylvio Dittrich

Dresdens imposantes Elbpanorama ist seit der Fertigstellung der Frauenkirche (links) wieder komplett. Rechts die katholische Kathedrale und der Hausmannsturm des Dresdner Schlosses. Am besten kan man es vom Neustädter Ufer oder aber von einem der historischen Schiffe der ältesten Raddampferflotte der Welt genießen. 

Foto: DWT / Dittrich Frauenkirche und Muenzgasse im Winter

Winterzauber in der Dresdner Altstadt – hier die Kuppel der Dresdner Frauenkirche über der Restaurantmeile der Münzgasse.

Foto: Sylvio Dittrich
Zweihundert Jahre stand die glockenförmige Kuppel der Frauenkirche - monumental und graziös zugleich - über den Dächern der Altstadt Dresdens. Sie krönte eines der schönsten städtebaulichen Ensembles der Welt, das berühmte berühmte Panorama an der Elbe.In den Jahren 1726 bis 1743 nach den Plänen des wagemutigen Ratsbaumeisters und Architekten George Bähr gebaut, gilt die Frauenkirche als bedeutendster Kirchenbau der evangelisch-lutherischen Christen in Deutschland. Für diese war sie Zuflucht und Versammlungsort, gebaut schien sie für alle Ewigkeit. Als Sinnbild der Schönheit und des Wohlklangs kündete sie von Gemeinschaft, Glaube, Kraft und Dauer......

Bau und Wiederaufbau des barocken Bauwerks / Fertigstellung für 2004 geplant

....so war sie eine der großen künstlerischen Leistungen des Barocks und gehörte zu den genialen Meisterwerken der europäischen Baukunst. Zwei Tage nach den Angriffen auf Dresden im Februar 1945 stürzte die stolze Kuppel ausgebrannt in sich zusammen, so wie fast alles in der Stadt. Mehr als 45 Jahre standen die Ruine und der Trümmerberg vor aller Augen - ein ergreifendes Denkmal der Zerstörung Dresdens. Der Platz, der seit vielen hundert Jahren der Andacht und dem Gedenken der Toten gewidmet war, behielt seine Anziehungskraft. Die Dresdner trugen die einzigartige Schönheit ihrer barocken Frauenkirche in ihren Herzen. Bereits nach Kriegsende planten sie den Wiederaufbau, den jedoch in den Jahren der DDR wirtschaftliche und politische Gründe verhinderten.


Die Gesellschaft zur Förderung des Wiederaufbaus der Frauenkirche Dresden eV.

Die Tage des Herbstes 1989 gaben neue Impulse. Engagierte Dresdner ergriffen die Initiative für den Wiederaufbau der Frauenkirche - ein kühnes Vorhaben. Mit dem ,,Ruf aus Dresden", der eindringlichen Bitte um Hilfe für diese große kulturelle Aufgabe, wandten sie sich am 13. Februar 1990, dem 45. Jahrestag der Zerstörung Dresdens, an die Weltöffentlichkeit. Dieser Aufruf wurde zur Initialzündung der erfolgreichsten Bürgerinitiative der Gegenwart in Deutschland. Die unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten stehende Deutsche Nationalstiftung hat diese Initiative 1997 mit der erstmaligen Verleihung ihres Nationalpreises an den Vorstand der Gesellschaft geehrt.

Der Gedanke, nach 45 Jahren des Wartens dieses großartige Bauwerk aus seinen Trümmern wiedererstehen zu lassen, der Kunststadt Dresden ihr Wahrzeichen und der Weltkultur eines ihrer großen Denkmale zurückzugeben, hatte in kurzer Zeit immer mehr Menschen in Dresden und weit über Dresden hinaus begeistert. Aus der Dresdner Gruppe war rasch eine weltweite Bewegung geworden. Der von der Bürgerinitiative unter Leitung des Dresdner Musikers Prof. Ludwig Güttler gegründete Förderkreis begann Anfang des Jahres 1990 mit 14 Mitgliedern. Die 1991 daraus hervorgegangene Gesellschaft zur Förderung des Wiederaufbaus der Frauenkirche Dresden e.V. hat inzwischen annähernd 5000 Mitglieder in ganz Deutschland und in über 20 Ländern. Es bildeten sich mehrere Förderkreise in Deutschland - zur Zeit sind es zehn - und im Ausland, die den Wiederaufbau der Frauenkirche aktiv unterstützen. Dazu gehören der "Dresden Trust" in Großbritannien mit dem 1999 verstorbenen Lord Menuhin und dem Bischof von Coventry unter den Kuratoren, die ,,Friends of Dresden, Inc." in den USA, unter deren Ehrenvorsitzenden Persönlichkeiten wie David Rockefeller und Henry A. Kissinger sind, sowie die ,,Association Reconstruction de la Frauenkirche a Dresde" in Paris. Gemeinsam mit der Gesellschaft zur Förderung des Wiederaufbaus der Frauenkirche Dresden e.V. unterstützen alle diese Förderkreise unser großes Projekt auf vielfältige Weise - ideell und finanziell.

Mit Ausstellungen und Vorträgen, mit zahlreichen Benefizkonzerten in ganz Deutschland, der Herausgabe von Publikationen und mit vielen anderen Aktivitäten fördert unsere Gesellschaft den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche. Vor allem aber wirbt sie um Spenden, von zahllosen kleinen Beiträgen bis zu großzügigen Millionensummen, und leitet sie an den Bauherren, die vom Freistaat Sachsen, der Landeshauptstadt Dresden und der Evangelisch- Lutherischen Landeskirche Sachsens gemeinsam gegründete "Stiftung Frauenkirche Dresden" weiter.


Ein Symbol für Friedenswille und Versöhnung

Niemals zuvor ist es in Deutschland gelungen, für eine kulturelle Aufgabe eine so große Spendenbereitschaft zu wecken. Es ist nicht nur das Kunstwerk, dem die Zuwendung gilt, sondern ebenso der Wunsch nach Erhalt einer Stätte des Friedens, der Erinnerung und der Besinnung. Weltweit wird der Wiederaufbau dieser unvergleichlichen Kirche aus der Zerstörung des Krieges als ein begeisterndes Zeichen für die Versöhnung der Völker empfunden.

In der Zeit des aufkeimenden Protestes war die Ruine der Frauenkirche ein Ort des lautlosen Verstehens. Aus der Ruine als Mahnmal gegen den Krieg entsteht jetzt die Frauenkirche wieder in alter Schönheit. So ist sie Symbol für die Heilung der durch den Krieg geschlagenen Wunden und ein weithin sichtbares Denkmal des Willen zum Frieden.


Der Wiederaufbau als archäologische Rekonstruktion

Die Frauenkirche wird in ihrer originalen historischen Gestalt wiederaufgebaut. Eine erhalten gebliebene, vollständige und detaillierte Dokumentation macht dies möglich. Die stehengebliebenen Ruinenteile werden in den Wiederaufbau einbezogen. Darüber lassen sich viele der originalen Steine wiederverwenden. Sie wurden im Zuge der sorgfältigen Enttrümmerung geborgen, identifiziert und gelagert. Dieses mittels modernster Computertechnik möglich gewordene Verfahren war ohne Vorbild.

Im Sinne der vollständigen archäologischen Rekonstruktion wird auch die barocke Innenausstattung mit ihren geschwungenen Emporen, den Malereien in der Kuppel und der berühmten Orgel Gottfried Silbermanns, auf der Johann Sebastian Bach in den Jahren 1736 bis 1739 mehrfach spielte, wiederhergestellt. Der in Fragmenten erhaltene große Altar in der Apsis wird bereits restauriert.

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