Über 5000 Juden lebten vor 1933 in Dresden. Nur knapp 50 Mitglieder wurden zur "Wende" gezählt. Zur Zeit dient noch die 1950 in der ehemaligen Trauerhalle des Neuen Jüdischen Friedhofs eingerichtete Synagoge neben der Kriegsruine der Trinitatiskirche als Ort für die jüdischen Gottesdienste. Bekrönt wird sie vom goldenen Davidstern der alten Semper - Synagoge, der von einem Feuerwehrmann gerettet worden war. Der Friedhof daneben war 1867 eingerichtet worden und ist trotz teilweiser Zerstörung durch den Bombenangriff von 1945 bis heute erhalten.
An das jüdische Leben in Dresden erinnert auch der Alte Jüdische Friedhof in der Dresdner Neustadt, der von 1751 bis 1869 genutzt wurde. Das von hohen Bäumen überdachte Gelände grenzt an den Komplex der Pfund's Molkerei, dem "schönsten Milchladen der Welt".
Im ebenfalls benachbarten Wohnhaus Pulsnitzer Str. 10 hat die "Bildungs- und Begegnungsstätte für jüdische Geschichte und Kultur in Sachsen HATIKVA", ihren Sitz. Hier kann man nicht nur die Schlüssel zum Alten Jüdischen Friedhof bekommen, sondern auch an thematischen Stadtführungen teilnehmen, die zusammen mit "igeltour" veranstaltet werden. HATIKVA ist Herausgeber des Führers "Spurensuche" durch das jüdische Dresden.
Viele Orte und Zeugnisse jüdischen Lebens sind heute nicht mehr auf den ersten Blick erkennbar. Beispielsweise die Villa Caspar - David - Friedrich - Str. 15b, in der auch der Romanist und Germanist Victor Klemperer zusammen mit mehreren Familien auf engstem Raum zusammenleben mußte. Seine Tagebücher, die 1996 im Aufbau Verlag erschienen sind, geben einen eindrucksvollen und detaillierten Überblick über die alltägliche Judenunterdrückung im Dritten Reich. Für Gruppen werden Führungen auf den Spuren Klemperers angeboten.
Durch jüdische Mitbürger mitgeprägt waren auch der Villenvorort Weißer Hirsch und die Gartenstadt Hellerau. Die Häuser mit jüdischer Geschichte in der Altstadt sind alle der Zerstörung vom 13./14. Februar 1945 zum Opfer gefallen. Nur noch der "Jüdenhof" neben dem Neumarkt erinnert an den Standort einer Dresdner Synagoge im 13. bis 15. Jahrhundert. Eine Gedenktafel an der Außenseite der Kreuzkirche drückt die Scham über die Mitschuld der Dresdner Christen am Holocaust aus. (Christoph Münch)
Infos:
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HATIKVA, Pulsnitzer Str. 10, 01099 Dresden, Tel: 0351 - 8020489,
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Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V., Schützengasse 16,
01067 Dresden, Tel.: 0351 - 494 33 48, Fax: 0351 - 494 33 48
Förderverein Bau der Synagoge Dresden e.V., Bautzner Straße 20,
01099 Dresden, Tel.: 0351 - 804 54 91; Fax: 0351 - 804 14 45, www.synagoge-dresden.de