... Dabei handelt es sich um die erste Präsentation, die sich ausführlich mit Van Goghs Abend- und Nachtkompositionen auseinandersetzt. Amsterdam ist zudem die einzige Station in Europa, an der das einzigartige Ausstellungskonzept zu sehen sein wird. Vincent van Gogh (1853-1890) füllte seine nächtlichen Szenen mit reichen Assoziationen, tiefen Emotionen und poetischen Stimmungen. Die ausgestellten Werke zeichnen sich durch das vielschichtige Spannungsfeld zwischen Intimität und Grandiosität aus, in dessen Licht die gesamte Ausstellung zusammengestellt wurde.
Viele der gezeigten Nachtbilder sind zu wahren Ikonen geworden, so etwa das faszinierende Gemälde Die Sternennacht aus der Sammlung des Museum of Modern Art (MoMA) in New York, das erstmals seit 1990 wieder im Van Gogh-Museum zu sehen sein wird. Es ist ein sehr eigenwilliges Stilexperiment, das durch seine besondere Expressivität und nahezu romantisch-religiöse Aura besticht.
Insgesamt werden 32 Gemälde, 19 Arbeiten auf Papier und 5 Briefskizzen gezeigt. Hauptsponsor der Ausstellung Van Gogh und die Farben der Nacht ist das Telekommunikationsunternehmen KPN. Abenddämmerung und Nacht ziehen sich wie ein roter Faden durch Van Goghs Oeuvre. Sie waren für ihn Augenblicke der Besinnung und der Kreativität, die wie geschaffen waren, die Geschehnisse des Tages zu reflektieren. Vincent van Gogh arbeitete gern in diesen dunklen Stunden; hier schöpfte er Kraft und Inspiration.
Anhand der Themenbereiche Landschaften bei Dämmerlicht, Bauernleben: Les Paysans chez eux, Die Stimme des Korns, Ein Nachtstück und Poesie der Nacht erhellt die Ausstellung, wie Van Gogh Abendstimmung und Nacht auf Papier und Leinwand bannte. Daneben werden in der Abteilung Vincent van Gogh und die Tradition der Abend- und Nachtdarstellung Werke aus der Schule von Barbizon (Daubigny, Corot, Millet) zu sehen sein. Zugleich verdeutlichen einige Spitzenwerke avantgardistischer Zeitgenossen wie Seurat und Anquetin, dass Van Gogh mit seiner Vorliebe für die Lichteffekte von Dämmerung und Nacht nicht allein war ...